Geschichte der TGM

Anfänge lokalen Theaterspielens

Bereits im 18. Jahrhundert wurde in Malters nachweisbar Theater gespielt. Aufgeführt wurden geistliche Stücke und sukzessive auch solche historischen Inhalts. Als Spielort wurde nach 1830 eine Bretterhütte mit Theaterausstattung gebaut. Um 1850 scheinen das Theater und die Spielergruppe eine Krise durchlaufen zu haben.

Gründung und Entwicklung der Theatergesellschaft

Eine Gruppe von 14 Männern und einer Frau, die am bestehenden Theater beteiligt waren, wagte 1852 einen Neuanfang. Diese Personen gründeten unter der Zweckbestimmung der gegenseitigen Belehrung und Unterhaltung am 15. Februar 1852 die Theatergesellschaft Malters. Sie übernahmen das «bestehende Theater mit Zubehörde» und den «noch nicht bezahlten Schulden». Die Mitglieder verpflichteten sich, jährlich mindestens zwei Theaterstücke aufzuführen. Obwohl die ersten Vereinsjahre nur dürftig dokumentiert sind, wird daraus ersichtlich, dass diese Vorgabe nicht eingehalten werden konnte.

1866 fusionierte die Theatergesellschaft mit einer Sängergruppe und gab sich unter dem Namen «Theater- und Musikliebhabergesellschaft» neue Statuten. Dieser Zusammenschluss gab dem Vereinsleben neue Dynamik. Jedenfalls wurde danach fast jedes Jahr ein Stück aufgeführt. Auch die Organisation und die Finanzen des Vereins entwickelten sich positiv. Mit der Statutenrevision von 1880 kehrte die Theatergesellschaft auf eine theaterorientierte Vereinsausrichtung zurück, arbeitete aber eng mit den anderen musikalischen Vereinen des Dorfes zusammen. Bis 1966 umrahmte der Orchesterverein fast alle Theateraufführungen mit klassischen Werken.

Die Stilrichtung der gespielten Stücke wechselte den Zeitströmungen entsprechend von Volksdramen über vaterländische Stücke zu historisch-romantischen Werken bis hin zu Lustspielen, ernsten Schauspielen und Singspielen. Vereinsintern wurden immer wieder heftige Diskussionen bei der Stückwahl geführt, wobei sich die Mehrheit meistens für Stücke mit spielerischem und inhaltlichem Niveau durchsetzte. 1950 und 1953 versuchte die Theatergesellschaft sich mit Operetten einen Namen zu machen. Das Experiment scheiterte am grossen Aufwand, und weil viele Mitglieder die Schauspiele nicht aufgeben wollten. Ab 1956 wurden mehr und mehr zeitgenössische, oft aber noch dem Lustspielgenre zuzurechnende Stücke gespielt.

Mit dem BESUCH DER ALTEN DAME (1982) und ES LOCH IM KOPF (1985) setzte sich die Theatergesellschaft Schritt für Schritt vom bewährt-volkstümlichen oder klassischen Landtheaterstil ab. Durch den Beizug professioneller Regisseure ergab sich eine grundlegende Neuausrichtung zu Dialektstücken zeitgemässer und literarisch anspruchsvollerer Art. Nicht mit jeder Stückwahl gelang es, diesem Anspruch zu genügen. Jahr für Jahr wird daher die Auseinandersetzung darüber geführt.

Die Theatergesellschaft heute

Mit der Statutenrevision von 1997 wurde der Verein neu strukturiert. Die bloss sechs Bestimmungen sind auf eine möglichst flexible und einfache Führung ausgerichtet. Die Mitgliedschaft wird über die Zahlung des Jahresbeitrags geregelt. Neben dem Vorstand und der Generalversammlung sind weitere Entscheidungsträger wie zum Beispiel das Produktionsteam möglich, über welches zurzeit die jährlichen Theater organisiert werden. Um die Mitglieder auf dem Laufenden zu halten, wird periodisch vom Vorstand das Informationsblatt «JÄSO» herausgegeben. Der Theatergesellschaft gehören gegenwärtig 145 Mitglieder an.